Berliner Wirtschaft in Zahlen 2018

7 Metropole der Arbeit Berlins Wirtschaftswachstum speist sich seit dem Jahr 2010 vor- nehmlich aus zusätzlich geleisteter Arbeit, weniger aus gestie- gener Produktivität. Während erstere 67 Prozent des Wachstums verantwortet, kann sich letztere davon nur 33 Prozent zurechnen. Zu erklären ist dies unter anderem durch die starke Präsenz des Dienstleistungssektors, welcher in Berlin nach wie vor weni- ger durch wertschöpfungsstarke, als arbeitsintensive Sektoren geprägt ist. Ebenfalls dürfte das, von partiellen Fachkräfteeng- pässen abgesehen, noch immer gute Arbeitskräfteangebot den relativen Preis des Produktionsfaktors im Vergleich zu anderen Regionen gering halten – der Druck zur Intensivierung des Kapitaleinsatzes bleibt daher in einigen Sektoren vergleichsweise niedrig. Anders im deutschen Durchschnitt: Hier lassen sich 59 Prozent des Wachstums auf Produktivitätsgewinne zurückfüh- ren;,das Übrige auf das ausgeweitete Arbeitsvolumen. Nun folgt daraus kein Qualitätsurteil; der Mix der Produktions- faktoren und ihr Einsatz darf als effizient angenommen werden. Nachdenklich stimmt jedoch, dass das Wachstum der Arbeitspro- duktivität in Berlin mit fünf Prozent seit 2010 deutlich hinter dem 7,6 Prozent zählenden deutschen Wert zurückbleibt. Auch absolut ist die Arbeitsproduktivität in Berlin geringer als im Bundesdurch- schnitt. . Daraus ergeben sich zwangsläufig Lohnunterschiede, die wiederum zu der berechtigten Frage nach dem Wachstum des Wohlstands in Berlin führen. Zwar ergibt sich Wohlstand nicht allein aus monetären Größen, und diese wiederum nicht nur aus dem am Arbeitsort erwirt- schafteten Output und den damit verbundenen Löhnen; dennoch ist die Fähigkeit zur Schaffung von Gütern und Dienstleistungen in einer bestimmten Zeit ein wesentlicher Faktor für das Maß des Wohlstandes der Einzelnen, aber auch des Bundeslandes. Und

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