Berliner Wirtschaft in Zahlen 2018
26 Berliner Wirtschaft in Zahlen Ausgabe 2018 WISSENSTRANSFER Erhebliches Kooperationspotenzial zwischen Wissenschaft und Wirtschaft Die enge Verflechtung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zählt zu den wichtigsten Voraussetzungen, um innovative Produkte und Prozesse durch angewandtes Wissen erfolgreich in den Markt zu bringen. Hier sind sowohl Wirtschaft als auch Wissenschaft gefordert aufeinander zuzugehen, damit neues Wissen gemeinsam generiert und zügig zur Anwendung gebracht werden kann. Nur so kann Wissenschaft ihre Exzellenz und Wirtschaft ihre Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit festigen und ausbauen. Der Umstand, dass sich der Anteil der innovati- onsaktiven Unternehmen in Berlin im Zeitraum von 2011 bis 2016 von 60 Prozent auf 54 Prozent reduziert hat (Quelle TSB), wirft Fragen auf. Eine Unternehmensumfrage der IHK Berlin zur Ver- flechtung von Wirtschaft und Wissenschaft und zu Strategien der Kontaktanbahnung hat ergeben, dass innerhalb der Zielgruppe Industrie und produktionsnahe Dienstleistungen fast 30 Prozent der befragten Unternehmen keine Kooperationsbeziehungen in die Wissenschaft unterhalten. Davon geben wiederum knapp 35 Prozent an, dass ihnen die Ressourcen für die Anbahnung von Kooperationen fehlen. 25 Prozent der Unternehmen haben für sich explizit Kooperationsbedarf identifiziert, konnten jedoch keinen passenden Partner finden. Allein die regionale Kon- zentration von Wirtschaft und Wissenschaft am Standort stellt keinen Selbstläufer für eine erfolgreiche Zusammenarbeit dar. Es bedarf gezielter Strategien, die einerseits die Transparenz von Forschungsschwerpunkten in wissenschaftlichen Institutionen erhöhen und andererseits die Lösungs- und Anwendungsbedarfe in der Wirtschaft sichtbar machen. So lässt sich der Aufwand für die Suche nach einem passenden Kooperationspartner reduzie- ren, die Motivation zum Innovieren erhöhen und die Anwendung von Wissen in Produkten und Prozessen beschleunigen.
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