Berliner Wirtschaft in Zahlen 2018

15 Fachkräftepotenziale vor Ort begrenzt Die florierende Berliner Wirtschaft sorgt für einen anhaltenden Paternoster-Effekt: Seit nunmehr über zehn Jahren sinkt die Zahl der Arbeitslosen während die Zahl der Beschäftigten konti- nuierlich steigt. Knapp 400.000 neue Jobs sind in dieser Zeit ent- standen. Dem gegenüber stehen etwa 100.000 weniger Arbeits- lose. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von Jobwachstum und Abbau der Arbeitslosigkeit deuten dabei auf zwei Besonder- heiten am Berliner Arbeitsmarkt hin. Zum einen verharrt Berlin – trotz aller Erfolge – im Vergleich der Arbeitslosenquoten der Bundesländer auf dem vorletzten Platz. Die hohe Sockelarbeits- losigkeit ist Ergebnis einer jahrelangen Massenarbeitslosigkeit und eines immer noch tiefsitzenden Bildungsproblems. Noch heute verlassen zehn Prozent aller Schüler die Schulen ohne Abschluss. Das Durchbrechen von „Arbeitslosenkarrieren“ und das „Vererben“ von Hartz IV gehören damit aktuell zu den größ- ten arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen. Das Fachkräftepotenzial des heimischen Arbeitsmarktes ist also begrenzt. Das führt dazu, dass der enorm Fachkräftebe- darf der Berliner Wirtschaft vor allem durch Zuzug gedeckt werden muss. Zwar fehlen den Unternehmen an der Spree laut IHK-Fachkräftemonitor aktuell immer noch 121.000 Mitarbeiter, aber diese Zahl wäre doppelt so hoch, wenn es in den letzten Jahren nicht einen massiven Zuzug aus dem In- und Ausland auf den heimischen Jobmarkt gegeben hätte. Allein in den letzten fünf Jahren ist die Zahl der erwerbstätigen Ausländer in der Stadt um 84.000 Personen bzw. 50 Prozent gestiegen. Die Berliner Wirtschaft braucht qualifizierte Zuwanderung.

RkJQdWJsaXNoZXIy MzI1ODA1