Berliner Wirtschaft 5/2018

UNTERNEHMEN & MÄRKTE 53 BERLINER WIRTSCHAFT 05/18 FOTO: ENWAY Neuentwicklungen wie eine auto- nome Kehrmaschine eines Berli- ner Start-ups mit Schweizer Wur- zeln oder ein Mobil-Spektrometer zur Atemluftanalyse zeigen haupt- städtische Industrieforscher am 7. Ju- ni von 10 bis 16 Uhr auf dem Innova- tionstag Mittelstand in Pankow. Wäh- rend der Hightech-Show des Bun- desministeriums für Wirtschaft und Energie (bei der AiF Projekt GmbH) werden 300 kleine und mittlere Un- ternehmen sowie Forschungsinstitute aus ganz Deutschland mit rund 200 Weltneuheiten erwartet. Zahlreiche Aussteller kommen aus Berlin. Die Hightech-Innovati- onen verdanken ihre Existenz mehr- heitlich einer Projektförderung durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWi, das auf eine zehnjährige Erfolgsbilanz zu- rückblickt: Für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben an der Spree wurden in dieser Zeit über 400 Mio. Euro Fördermittel bewilligt und da- mit rund 2.800 Innovationsprojekte angeschoben. Allein 2017 hat ZIM hier mit rund 35 Mio. Euro über 200 Inno- vationsprojekte ermöglicht. ‹ NAD INNOVATIONSTAG MITTELSTAND Weltneuheiten aus Berlin in Pankow zu sehen Enway-Team Bo Chen, Julian Nordt, Thanuja Ambegoda (v. l.) mit Prototyp „Blitz“ können Kunden ihre Bestellung aufge- ben, um dann den Burger und die Cola light am Tresen abzuholen. Über die- sen besonderen Teil des Gastgewerbes hinaus werden heute jedoch weiterhin händeringend Fachkräfte gesucht. Dies jedoch vor allem im analogen Bereich. Es fehlen laut IHK-Fachkräftemonitor ak- tuell über 3.300 Angestellte in Hotel- und Gastronomieberufen. Die Branche baut also auf die klas- sischen Berufsbilder. Angesprochen auf die Notwendigkeit digitaler Kompetenz, reagieren die Betriebe des Gastgewerbes entsprechend zurückhaltend. Einzige Ausnahme ist die Nutzung von Soci- al Media: 48 Prozent der Unternehmen halten entsprechende Kenntnisse ihrer Mitarbeiter für sehr wichtig. Das ist ein Spitzenwert im Branchenvergleich. Mit Blick auf die zunehmende Bedeutung der Kundenkommunikation ist dieses Ergebnis jedoch auch nicht besonders verwunderlich. Wenig Raum für Flexibilität Die Jobchancen imGastgewerbe steigen. Daran ändert auch die fortlaufende Digi- talisierung bzw. Automatisierung wenig. In Teilen der Branche wirkt die Digitali- sierung sogar eher verschärfend auf den Fachkräftebedarf. Das Mehr an Sicher- heit im analogen beruflichen Umfeld geht jedoch einher mit einem Weniger an flexiblen Arbeitsformen. Ortsunge- bundenes Arbeiten ist schwer möglich, wenn der Kunde im Restaurant auf das Essen wartet oder im Hotelzimmer auf ein frisch gemachtes Bett besteht. Nur ein Drittel der Betriebe im Gast- gewerbe bietet Homeoffice-Lösungen an. In der Gesamtwirtschaft sind es hin- gegen 68 Prozent. Auch das am Sonn- tag frisch gezapfte Helle im Ausflugs- lokal wird noch lange nicht von der Bier-Drohne geliefert. 77 000 3 300 Beschäftigte zählt mittlerweile das Berliner Hotel- und Gastronomiegewerbe. Fachkräfte fehlen laut IHK- Fachkräftemonitor in Hotel- und Gastronomieberufen. 48% der Firmen halten Social-Media- Kompetenzen für sehr wichtig. 33% bieten Homeoffice-Lösungen an (Gesamtwirtschaft: 68 Prozent). Mehr zum Thema Weitere IHK-Studienergebnisse, u.a. zur Branche Gastgewerbe, unter: www.ihk-berlin.de/dda INFO Am meisten gefragt: Social-Media-Kompetenz Das Gastgewerbe setzt auf digitale Kundenkommunikation

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